Zugegeben, die Frage sollte man sich gefallen lassen, ob eine "Taschenlampe" unbedingt so teuer sein muss oder ob es so etwas nicht auch preiswerter gibt. Die Antwort ist nein, was die Leuchte in der Summe ihrer Eigenschaften bietet, gibt es derzeit nicht zu einem günstigeren Preis, aber dazu später mehr.
Nach der Bestellung im Shop erfolgte die Lieferung portofrei und vorbildlich schnell. Die Leuchte kam über Hermes Versand im schlagfesten und wasserdichten Kunststoffkoffer, der in angemessener Qualität zum Preis der Leuchte steht. Alle notwendigen Dinge zum sofortigen Gebrauch der Leuchte wie z. B. Akku, Ladeteil und Trageriemen sind vorhanden. Weitere Aussparungen im Schaumstoffeinsatz des Koffers bieten Platz für Zubehör wie beispielsweise Filter.
Vor dem Kauf hatte ich hauptsächlich durch Recherche im "Candlepowerforum", welches weltweit sicherlich das informativste Forum über tragbare Leuchten sein dürfte, bereits viele Infos wie auch Fotos über die Lichtausbeute über die Leuchte erhalten. Eine Info lautete etwa auch, dass sie für eine "Taschenlampe" nicht gerade klein sei. Beim Öffnen des Koffers wurde ich jedoch angenehm überrascht, kein Ungetüm sondern eine durchaus noch kompakt Leuchte vorzufinden. Die Handlichkeit ist durch relativ wenig Gewicht und gute Balance (keine Kopflastigkeit) ebenfalls gegeben.
Nach einem satten Klicken des Magnetschalters, einem Drehring, zündet der Brenner mit zunächst etwas bläulichem Licht. Die Helligkeit ist von Beginn an quasi auf Sollstärke, es ist kein langsames Hochfahren wie bei vielen anderen HID-Leuchten zu beklagen. Damit ist sie eine echte "taktische" Leuchte, die sofort voll einsatzbereit ist.
Innerhalb weniger Sekunden ist der Lichtschein zur endgültigen Farbtemperatur von 4300 Kelvin gelangt. Eine im Hinblick auf Farbechtigkeit und Lichtausbeute optimale Wahl, nicht zu gelb und nicht zu blau.
Bereits vor der Polarion war ich im Besitz von HID-Leuchten wie der 35 W "Vector Power on board" mit 3200 Lumen und der 24 W Microfire Warrior K2000R mit 1800 Lumen. Die Helligkeit der Polarion übertrifft die einer 35 W HID deutlich. Die Lichtausbeute mit den von Polarion angegebenen 5000 Lumen ist sogar konservativ. Tatsächlich sind es sogar bis zu 5700 Lumen, da die Vorschaltelektronik (engl. "ballast") insbesondere beim Einschalten mehr als 50 W zur Verfügung stellt und damit das Leuchtmittel "überfährt".
Nicht nur die Helligkeit ist hervorzuheben sondern insbesondere auch die Art bzw. Qualität der Lichtverteilung. Der Lichtkegel der PH-50 ist sehr weitreichend und dennoch ausreichend breit strahlend. Der exakt gefertigte Reflektor schafft es, einen gleichmäßigen Lichtschein ohne störende Artefakte wie bunte Stellen oder Schatten zu erzeugen. Für eine Verwendung im Nahbereich in hellen Räumen ist der Hotspot (= Mittelpunkt des Lichtkegels) der Polarion aber für das Auge zu hell. Daher hatte ich mir vorsorglich den von Polarion erhältlichen Diffuser (99 Euro) gekauft, der aus dem weit strahlenden Lichtkegel einen tragbaren Stadionfluter macht. Mit Diffuser wird anstelle eines Hotspots ein gleichmäßiger definierter Beam erzeugt, der beispielsweise eine Straße auf ganzer Breite für immer noch hunderte von Metern ausleuchten kann. Der Diffuser passt optisch und haptisch sehr genau zur PH-50 (und PH-40), ist aus gehärtetem Glas und lässt sich bajonettartig schnell auf die Leuchte schrauben. Das Glas ist klar und farblos, so dass die Verluste an Lichtausbeute erfreulicherweise sehr gering sind. Der Abstrahlwinkel und die Verteilung sind lediglich anders.
Ein weiterer Vorteil der Polarion gegenüber anderen HID-Leuchten ist der "instant restrike". Das heißt, normalerweise sollen HID-Leuchtmittel im Sinne der Lebensdauer wenigstens 2 Minuten lang brennen und nach dem Ausschalten vor erneutem Gebrauch einige Minuten abkühlen. Die Polarion kann man dagegen nach dem Ausschalten wenn nötig auch sofort wieder erneut betätigen, ohne dass das Leuchtmittel oder die Elektronik Schaden nähme.
Für Freunde des Tauchsports (oder auch für diverse "Einsatzkräfte" etwa der Feuerwehr oder Seenotrettung) sei erwähnt, dass die Leuchte nicht nur sehr robust sondern auch absolut dicht für eine Wassertiefe von mindestens 30 Metern ist.
Damit der Spaß an der Leuchte sehr lange währt, gibt es entsprechende Ersatzbrenner und Ersatzakkus. Wer sich traut, kann auch den in die Jahre gekommenen Stab-Akku öffnen und die eingebauten handelsüblichen Akkus austauschen. Der Ladezustand des Akkus wird übrigens über farbige Leuchtdioden angezeigt.
Es mag zwar erheblich preiswertere 35W-HID-Stableuchten geben, die ebenfalls sehr hell sind. In der Summe erreichen sie jedoch nicht die Qualität der Polarion. Noch hellere Leuchten sind entweder selbstgebaute Prototypen mit geringerer Leuchtdauer, noch teurer (siehe Surefire) oder so groß, dass sie nicht mehr als Taschenlampen bezeichnet werden können.
Zusammengefasst ist die PH-50 zwar kein Sonderangebot. Das Zusammenspiel folgender Eigenschaften macht sie dennoch in Ihrer Klasse (derzeit noch?) konkurrenzlos:
- schlagfestes, kompaktes Alugehäuse
- relativ geringes Gewicht
- ausgezeichnete Verarbeitungsqualität
- mit etwa 5700 Lumen wahrscheinlich die hellste Leuchte in ihrer Größe
- elektronisch geregelte Lichtleistung
- sehr hohe Qualität der Lichtverteilung und der Lichtfarbe
- wasserdicht, damit auch als Tauchlampe nutzbar
- flexibel durch diverse aufsteckbare Filter
- bezogen auf die Lichtleistung lange Leuchtdauer
- verwendbar als portabler Suchscheinwerfer über viele hundert Meter
- sofortige Helligkeit nach dem Anschalten
- exklusiver Transportkoffer